DGB ruft zur Kundgebung gegen Neonazis in Dresden auf

03.02.10


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Der umstrittene Aufruf
Kassel (pm/jd) - Der DGB Nordhessen ruft unter dem Motto "Geh Denken" dazu auf, sich an der Kundgebungen gegen die Neonazis in Dresden am 13. Februar in Dresden zu beteiligen. Der DGB sieht in der Gewaltbereitschaft der Nazis eine Gefahr für die Demokratie. "Als Demokraten schätzen wir das Recht auf freie Meinungsäußerung als hohes Gut. Gerade weil wir im letzten Jahr erfahren mussten, dass sie nicht vor Gewalt gegen Andersdenkende zurückschrecken, müssen wir uns den Nazis entgegen stellen. Denn sie sind es, die die unveräußerlichen Menschenrechte mit Füßen treten."

Im Rahmen der Kundgebung im Jahr 2009 gegen den auch letztes Jahr stattgefundenen Naziaufmarsch, gab es tätliche Übergriffe auch gegen nordhessische Nazigegner. Ein Kundgebungsteilnehmer aus Nordhessen wurde dabei erheblich verletzt.

Zur Kundgebung in Dresden ruft ein breites Bündnis politischer und gesellschaftlicher Organisationen auf. In Nordhessen ruft neben dem DGB auch Die Linke dazu auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen. Die Linke lädt Interessierte zu einem Vorbereitungstreffen am 04.02. in das Philipp-Scheidemann-Haus in Kassel ein. Dort soll u.a. Uli Schneider (VVN/BdA) als Referent zur Verfügung stehen.

Im Vorfeld gab es Auseinandersetzungen um den Aufruf. Zur Dresdner Kundgebung rief ein Bündnis "Dresden stellt sich quer" auf. Die Dresdner Satatsanwaltschaft und Polizei ging gegen die Akteure des Bündnisses vor. Es kam zu Hausdurchsuchungen, es wurden   Materialien beschagnahmt und Aufrufe unterbunden. Der Aufruf zum zivilen Ungehorsam gegen Nazis scheint den Strafverfolgungsbehörden zu missfallen. Dem Bündnis wirft die Staatsanwaltschaft vor, ihr Aufruf sei ein Aufruf zu Straftaten.

Die Gedenkfeiern anläßlich des Jahrestages der militärischen Angriffe der Alliierten gegen Dresden im zweiten Weltkrieg sind seit Jahren Anlaß für Nazis, die militärischen Maßnahmen der Alliierten gegen Nazideutschland als Kriegsverbrechen zu diskreditieren. Sie können sich dabei auf eine breit in der bundesdeutschen Gesellschaft verankerte Interpretation der militärischen Schritte gegen Deutschland berufen.

Aus diesem Grund protestieren viele der Nazigegner auch gegen den Geschichtsrevisionismus. Dieser wird aber nicht nur von Nazis vertreten, sondern auch von den Ausrichtern der offiziellen Gedenkfeiern in Dresden. Deshalb gibt es auch Gruppen, die sich mit dem Motto: »Kei­ne Versöhnung mit Deutschland!« gegen das offizielle Gedenken aussprechen.

Busse nach Dresden fahren ab Schwalmstadt-Treysa (4.00 Uhr / Bahnhof), Kassel (4.00 Uhr Auestadion / hinter der Eissporthalle), Wehretal (4.50 Uhr Oetmannshausen / Bushaltestelle Kassler Str., Nähe Gasthaus Kleehof) und Bad Hersfeld (4.50 Uhr / Hallenbad AquaFit). Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.region-nordhessen.dgb.de oder unter 0561-72095-0.

 

 



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Rosa steht der Brücke nicht.
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Datum des Ausdrucks: 09.09.2010